Bevor Sie ein Bußgeld riskieren, sollten Sie Ihren Verbandkasten regelmäßig kontrollieren. Er gehört zur Ausstattung eines jeden Pkw und trägt im Ernstfall zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei. Ist Ihr Verbandkasten noch auf dem aktuellsten Stand? Wann haben Sie das letzte Mal nach dem Ablaufdatum geschaut?

Wir geben Ihnen einen Überblick, wie Sie Bußgeld für einen abgelaufenen oder unvollständigen Verbandkasten vermeiden.

Verbandkasten-Pflicht in fast allen EU-Staaten

Ein Erste-Hilfe-Koffer ist mittlerweile in fast allen EU-Ländern Pflicht, will man sich im Straßenverkehr bewegen ohne Bußgeldstrafen zu riskieren. Führen Sie deshalb immer einen entsprechenden Verbandkasten in Ihrem Pkw mit! Der Verbandkasten ist in den EG-Richtlinien 92/58/EWG (ISO-Norm 3864) definiert und in Deutschland seit 1971 Pflicht.

Was gehört in den Verbandkasten?

Ihr Verbandkasten sollte alle wichtigen Erste-Hilfe- und Verbandsmaterialien beinhalten, wenn Sie kein Bußgeld bezahlen möchten. Der Inhalt umfasst u.a. Mullbinden, Wundauflagen und Heftpflaster, aber auch Beatmungsmasken, Pinzetten, Einmalhandschuhe uvm. Ein Inhaltsverzeichnis sowie eine Erste-Hilfe-Anleitung für Laien sollten ebenfalls nicht fehlen.

Trotzdem ist es ratsam in regelmäßigen Abständen einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, um die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse wieder aufzufrischen und neue Techniken zu erlernen. So sind Sie gut für besondere Situationen vorbereitet und können im Notfall helfen.

Auf das Verfallsdatum achten, sonst droht ein Bußgeld

In Verbandskästen gibt es einige Bestandteile, die ein Verfallsdatum haben. Sie sollten diesen daher möglichst regelmäßig kontrollieren. Es kann bspw. der Klebstoff von Heftpflastern und Wund-Schnellverbänden austrocknen, „Einmal-Handschuhe“ können mit der Zeit porös werden oder andere Mittel ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen. Aus medizinischer Sicht ist ein aktueller Verbandkasten absolut notwendig. Besitzen Sie noch einen älteren Erste-Hilfe-Koffer, sollten Sie sich gleich einen neuen kaufen, da mittlerweile einige inhaltlich wichtige Bestandteile fehlen können.

Immer wieder neue Vorschriften für den Inhalt eines Verbandkasten

Zurzeit gilt die DIN-Norm 13164 für Kfz. Ist Ihr Modell schon etwas älter und entspricht nicht mehr dieser DIN-Norm, müssen Sie Ihren Verbandkasten aber nicht unbedingt gleich austauschen. Ist das Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen? Dann können Sie ihn weiter mitführen und müssen auch kein Bußgeld befürchten. Rüsten Sie dennoch die Teile nach, die mittlerweile zum Standard geworden sind!

Inhalt eines Verbandkastens:

Derzeitig gültiger Verbandkasten DIN 13164 (Stand: Januar 2014)

  • 1 Heftpflaster 5 m x 2,5 cm
  • 4 Wundschnellverbände 10 x 6 cm
  • 2 Verbandpäckchen, DIN 13151-M
  • 1 Verbandpäckchen, DIN 13151-G
  • 1 Verbandtuch 40 x 60 cm
  • 1 Verbandtuch 60 x 80 cm
  • 6 Kompressen 10 x 10 cm
  • 2 Fixierbinden DIN 61634-FB-6
  • 3 Fixierbinden DIN 61634-FB-8
  • 2 Dreiecktücher DIN 13 168-D
  • 1 Rettungsdecke 210 x 160 cm
  • 1 Erste-Hilfe-Schere (DIN 58279-A 145)
  • 4 Einmalhandschuhe (DIN EN 455)
  • 1 Erste-Hilfe-Broschüre
  • 2 Feuchttücher zur Hautreinigung
  • 1 14-teiliges Fertigpflasterset
  • 1 Verbandpäckchen K

 
Der Verbandkasten sollte schnell zugänglich im Kraftfahrzeug aufbewahrt werden, so dass bei einem Notfall nicht unnötig Zeit beim Suchen verloren geht.